Wolfgang Amadeus Mozart, Anton Bruckner
5. Philharmonisches Konzert
Solist: Kit Armstrong (Klavier) | Dirigent: Georg Fritzsch
Sonntag | 19. Februar 2012 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 20. Februar 2012 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Klavierkonzert C-Dur, KV 467
Anton Bruckner (1824-1896): 6. Sinfonie
Solist: Kit Armstrong (Klavier)
Dirigent: Georg Fritzsch
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Mozarts Werke gehören mit Sicherheit zu den bekanntesten der gesamten klassischen Musik, und gerade in der Gattung Klavierkonzert vollbrachte das Salzburger Genie stilprägende Leistungen. Ziemlich außergewöhnlich dürfte hingegen die Tatsache sein, dass dem langsamen Satz seines C-Dur-Klavierkonzerts KV 467 der Sprung in die Charts des amerikanischen Billboard Magazines ausgerechnet in Form von Filmmusik gelang. Alle drei Sätze dieses Konzerts präsentieren in beispielloser Weise Mozarts enorme Ausdrucksvielfalt für diese Gattung, wobei sich jenes Andante mit seiner sanften Triolenbegleitung, der kantabel geführten Melodie und den solistischen Holzbläsern als ein Stimmungsbild von zaub’rischer Anmut erweist; dass dieses durch chromatische Zwischentöne noch um eine geheimnisvoll-romantische Dimension erweitert wird, prädestinierte es geradezu als musikalischen Hintergrund für die Verfilmung des Liebesdramas um Elvira Madigan. Die bitter-süße Liaison der Protagonistin, einer Hochseilartistin des späten 19. Jahrhunderts, mit einem schwedischen Leutnant und Familienvater endete in einem tragischen Doppelselbstmord, Mozarts ideensprühendes Klavierkonzert sorgt hingegen unter dem anachronistischen Beinamen „Elvria Madigan“ bis heute für Furore.
Ob Bruckners 6. Sinfonie nun tatsächlich seine „keckste“ ist, wie der Meister einmal selbst behauptete, oder ob seine besondere Note nicht doch eher durch das ungemein tiefsinnige Adagio, das Herzstück des ganzen Werks, entsteht, darüber scheiden sich die Geister. Fest steht dagegen, dass die Sechste eine Außenseiter-Stellung in dem Neuner-Zyklus der brucknerschen Sinfonik einnimmt. Lange wurde dabei jedoch ihr wahrer Wert verkannt. Sie galt als spröde, und erst in unserer Zeit entwickelte sich ein Gespür für ihre außergewöhnliche Originalität. Bereits die Formkonzeption erscheint neuartig. Im Gegensatz zu seiner als großartiger „Finalsinfonie“ angelegten Fünften verlagerte Bruckner hier das Gewicht vom letzten auf den ersten Satz: ein glänzendes Maestoso. Erst in der finalen Coda wird sich dem Hörer diese Konzeption in vollem Umfang offenbaren, etwa wenn ihn die Musik auf einen Höhepunkt der Sinfonie zurückverweist, nämlich auf den Reprisenbeginn im Kopfsatz, eine grandiose Doppelklimax. Diese Gewichtsverlagerung beweist Bruckners unablässiges Suchen nach individuellen formalen Lösungen und widerlegt sehr eindrucksvoll das böse Vorurteil, der Meister habe – grob gesehen – neunmal die gleiche Sinfonie komponiert.
Montag | 20. Februar 2012 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Klavierkonzert C-Dur, KV 467
Anton Bruckner (1824-1896): 6. Sinfonie
Solist: Kit Armstrong (Klavier)
Dirigent: Georg Fritzsch
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Mozarts Werke gehören mit Sicherheit zu den bekanntesten der gesamten klassischen Musik, und gerade in der Gattung Klavierkonzert vollbrachte das Salzburger Genie stilprägende Leistungen. Ziemlich außergewöhnlich dürfte hingegen die Tatsache sein, dass dem langsamen Satz seines C-Dur-Klavierkonzerts KV 467 der Sprung in die Charts des amerikanischen Billboard Magazines ausgerechnet in Form von Filmmusik gelang. Alle drei Sätze dieses Konzerts präsentieren in beispielloser Weise Mozarts enorme Ausdrucksvielfalt für diese Gattung, wobei sich jenes Andante mit seiner sanften Triolenbegleitung, der kantabel geführten Melodie und den solistischen Holzbläsern als ein Stimmungsbild von zaub’rischer Anmut erweist; dass dieses durch chromatische Zwischentöne noch um eine geheimnisvoll-romantische Dimension erweitert wird, prädestinierte es geradezu als musikalischen Hintergrund für die Verfilmung des Liebesdramas um Elvira Madigan. Die bitter-süße Liaison der Protagonistin, einer Hochseilartistin des späten 19. Jahrhunderts, mit einem schwedischen Leutnant und Familienvater endete in einem tragischen Doppelselbstmord, Mozarts ideensprühendes Klavierkonzert sorgt hingegen unter dem anachronistischen Beinamen „Elvria Madigan“ bis heute für Furore.
Ob Bruckners 6. Sinfonie nun tatsächlich seine „keckste“ ist, wie der Meister einmal selbst behauptete, oder ob seine besondere Note nicht doch eher durch das ungemein tiefsinnige Adagio, das Herzstück des ganzen Werks, entsteht, darüber scheiden sich die Geister. Fest steht dagegen, dass die Sechste eine Außenseiter-Stellung in dem Neuner-Zyklus der brucknerschen Sinfonik einnimmt. Lange wurde dabei jedoch ihr wahrer Wert verkannt. Sie galt als spröde, und erst in unserer Zeit entwickelte sich ein Gespür für ihre außergewöhnliche Originalität. Bereits die Formkonzeption erscheint neuartig. Im Gegensatz zu seiner als großartiger „Finalsinfonie“ angelegten Fünften verlagerte Bruckner hier das Gewicht vom letzten auf den ersten Satz: ein glänzendes Maestoso. Erst in der finalen Coda wird sich dem Hörer diese Konzeption in vollem Umfang offenbaren, etwa wenn ihn die Musik auf einen Höhepunkt der Sinfonie zurückverweist, nämlich auf den Reprisenbeginn im Kopfsatz, eine grandiose Doppelklimax. Diese Gewichtsverlagerung beweist Bruckners unablässiges Suchen nach individuellen formalen Lösungen und widerlegt sehr eindrucksvoll das böse Vorurteil, der Meister habe – grob gesehen – neunmal die gleiche Sinfonie komponiert.
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Beachten Sie bitte, dass die Webseiten dynamisch erstellt wurden und daher die Information des QR-Codes veraltet sein könnte. Erstellungsdatum: 08. 02. 2012 um 16:13 Uhr.


