Das kunstseidene Mädchen
Teenagertraum zwischen Euphorie und Ernüchterung
„Das kunstseidene Mädchen von Gottfried Greiffenhagen nach dem gleichnamigen Tagebuchroman von Irmgard Keun erzählt von einem Teenagertraum und dessen
erbarmungslosem Scheitern. 2001 inszenierte Olaf Strieb den Theatermonolog zeitlosaktuell für Yvonne Ruprecht, die seit Februar zum Ensemble des Kieler Theaters gehört. Ihr einfühlsames Spiel zwischen Euphorie, Verunsicherung und absoluter Ernüchterung ließ bei der Kieler Premiere am Mittwoch die Emotionen Achterbahn fahren – und beim ausdauernd applaudierenden Publikum keine Wünsche offen.“
„Sofort kauft man Yvonne Ruprecht diese Doris ab, die als Tippse Briefe ohne Kommas abliefert, weil sie’s mit der Grammatik nicht so hat. Um so ehrpusseliger stellt sie ihr ungebrochenes Selbstbewusstsein zur Schau, gefestigt durch den geklauten Pelzmantel, der ihr den Weg in ein glamouröses Leben ebnen soll.“
„Mit parodistischem Geschick lässt Ruprecht die unterschiedlichsten Typen aufmarschieren: den näselnden Hubert, der nach dem ersten Mal den Moralapostel raushängen lässt, den sächselnden Regisseur oder das lüstern raunzende „Pickelgesicht“.“
„Amüsiert bis angewidert kommentiert sie die Annäherungsversuche der wechselnden
Lover und lässt mit unschuldigem Kulleraugenblick doch keinen Zweifel daran, dass ausdiesem Landei keine Kurtisane schlüpfen kann. Entsprechend wird aus dem kessenHüftschwung des Aufbruchs keine laszive Lässigkeit.“
„Am Schluss sitzt sie da in ihrem tollen Pelz, „die Augen totgeweint“ – verlorener und einsamer denn je. Man möchte mitheulen.“
Freitag, 9. April 2010
Eine Zeitreise durch das Lebens- und Sittengefühl der Weimarer Republik
Glamour, Reichtum, etwas darstellen - davon träumen nicht erst seit "Germanys Next Top Model" die jungen Frauen. Bereits 1932 hatte die Schriftstellerin Irmgard Keun mit ihrem Tagebuchroman "Das kunstseidene Mädchen" einen Riesenerfolg. Im Studio des Kieler Schauspielhauses ist nun die Bühnenfassung des Romans als Ein-Personen-Stück zu sehen. Die Bühnenbearbeitung hat Gottfried Greiffenhagen verfasst und Yvonne Ruprecht überzeugt eine Stunde lang als Doris. Reporterin Ines Barber hat die Premiere besucht.
Fazit: Ein berührender und unterhaltsamer Abend getragen von der starken Leistung Yvonne Ruprechts.
Hören Sie hier ihren Bericht:
www.wellenord.de/programm/sendungen/theater/kunstseiden102.html
Montag, 12. April 2010
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